Schulungen von Führungskräften
Die im ersten Teil unseres Artikels angesprochenen Kompetenzen, die Führungskräfte benötigen, um erfolgreich internationale Teams zu führen, kommen meistens nicht von alleine. Schulungen, Seminare, Trainings, Webinare etc. bieten gute Möglichkeiten, um Führungskräfte auf die herausfordernde Aufgabe vorzubereiten. Dabei geht es schon lange nicht mehr darum, ganz konkret die einzelnen Unterschiede von Kulturen darzulegen. Viel mehr geht es darum, eine grundsätzliche Offenheit zu schaffen.
Auch biz.talk bietet Seminare dazu an. Wolfgang Reis über diese Schulungen: »Der Schwerpunkt liegt oft auf der kulturellen Diversität des Teams und wie diese als Ressource genutzt werden kann. Diversität als Chance und nicht als Hindernis. Dabei wird die Führungskraft vor allem darin geschult, die unterschiedlichen Kommunikationsstile und Arbeitsweisen der Teammitglieder dem Team selbst bewusst zu machen.«

Schulungsdauer
Die meisten (offenen) Seminare dauern einen oder zwei Tage. Wir haben schon öfters darüber berichtet, dass die Lernerfahrungen von solchen klassischen Formaten alleine häufig recht bescheiden ausfallen. Daher wollten wir wissen, wie sinnvoll so kurze Schulungsmaßnahmen für interkulturelle Kompetenz sind.
Wolfgang Reis: »Auch ein kurzes Seminar bietet eine gute Einführung in das Thema mit ausreichenden Interaktionen zu den Kernthemen wie Kommunikation, Teamorganisation, Teamdynamik und Aufbau von Kulturwissen.«

Und für welche Personen ergeben längere Schulungsmaßnahmen Sinn?
Wolfgang Reis: »Längere Maßnahmen sind insbesondere sinnvoll, wenn:
• die Führungskräfte vor neuen großen Projekten stehen
• ein sehr großes Team führen müssen
• das Team über verschiedene Standorte zerstreut ist.«

Wann immer sich jemand für ein Thema interessiert, hat er heutzutage viele Möglichkeiten,
sich das entsprechend Wissen anzueignen, wie z.B. durch Bücher, Videos, Online-Kurse oder eben Seminare. Welchen Vorteil haben Präsenzseminare beim Thema »Interkulturelle
Kompetenz« im Unterschied zu anderen Lernmöglichkeiten?

Wolfgang Reis: »Theoretische Grundlagen sind sicher über elektronische Medien zu vermitteln. Soft Skills können nur in Seminaren vermittelt werden, da es immer auch darum geht, sie zu praktizieren – in Übungen, Rollenspielen, Aktivitäten – und auch die erlebten Erfahrungen zu diskutieren.«

Fazit:
Offenheit und Toleranz sind gute Voraussetzungen um Teams mit verschiedenen Kulturhintergründen zu führen. Das alleine reicht aber noch nicht. Um erfolgreich zu führen benötigen Führungskräfte ein Gespür und viel Fingerspitzengefühl, um die jeweiligen kulturellen Unterschiede zu spüren und mit ihnen umzugehen. Führungskräfte müssen wissen, wie die Mitarbeiter aus den einzelnen Ländern ticken, wie sie kommunizieren. Sie müssen ganz allgemein und auch ganz speziell wissen, wie das Leben in den einzelnen Ländern abläuft, müssen das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden können. Verständnis des Hierarchiekodex und der Kulturdimension helfen stark. Essentiell ist es, die Werte der einzelnen Nationen zu kennen um auch damit umgehen zu können. Denn was dem einen so unglaublich wichtig ist, berührt den anderen nicht einmal peripher. Die Komplexität dieser Themen kann man gut in interkulturellen Seminaren lernen, üben, reflektieren, wiederholen, auffrischen. Und dann
steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit »rund um den Globus« nichts mehr entgegen.

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