Dieses Ergebnis einer Studie veröffentlichten niederländische Wissenschafter im anerkannten wissenschaftlichen Magazin „Journal of Psychopharmacy“

Alkohol und Autofahren ist ein absolutes No-Go. Niemand wird ernsthaft behaupten, dass er sicherer unterwegs ist, wenn er vorher zwei oder drei Bier getrunken hat. Aber könnte es sein, dass Sprachenlernen leichter fällt, wenn man ein bisschen was getrunken hat? Im Wissenschaftsmagazin „Journal of Psychopharmacy“ haben niederländische Wissenschafter diese Frage untersucht und sind zu interessanten Schlussfolgerungen gekommen: Alkohol hilft! Für ihre Untersuchung baten Renner und sein Team 50 deutsche Muttersprachler, entweder Wodka mit Bitter Lemon oder Wasser zu trinken. Alle Probanden hatten zuvor mehrere Monate Niederländisch gelernt. Dann sollten sie sich einige Minuten in der Fremdsprache unterhalten. Zwei Niederländisch-Muttersprachler beurteilten ihre Aussprache, Grammatik, Vokabular und Argumentation. Gleichzeitig schätzten die Probanden ihre Sprachfertigkeiten selbst ein. Die Versuchsteilnehmer aus der alkoholischen Gruppe hatten während des Experiments etwa 0,4 Promille Alkohol im Blut. Erwachsene dürften mit diesem Pegel in Österreich noch Autofahren.

Die Ergebnisse der Untersuchung waren für die Wissenschafter überraschend: Die niederländischen Muttersprachler waren der Meinung, dass vor allem die Aussprache von etwas alkoholisierten Teilnehmenden besser gewesen sei als die der Probanden, die nur Wasser getrunken hatten. Bisher ging man eher davon aus, dass Alkohol nur scheinbar bei der Aussprache von Fremdsprachen hilft. Statt die Fähigkeit wirklich zu verbessern, lässt einen der Alkohol demnach irrtümlich glauben, man spräche besser. In der aktuellen Untersuchung hing die Selbstwahrnehmung der Sprachneulinge allerdings nicht vom Alkoholkonsum ab. Das Fazit: Zum Glück für die Sprachkenntnisse der Wienerinnen und Wiener hat das Traditionspub Charlie P. nach kurzer Zeit seine Tore wieder geöffnet. Also ein Beitrag zur Volksbildung.

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